Nicht, dass Ihr denkt, wir chillen nur. Hier wird auch gearbeitet…

Cédric hat die Herausforderung in der Schule extrem gut angenommen. Er ist erstaunlich motiviert, hat sich schon Freunde gemacht und liegt mit seiner Benotung über dem Durchschnitt der Klasse. Das ist phänomenal und viel mehr, als er erhofft hat. Er hat wirklich nette und ihm wohl gesonnte LehrerInnen und digital sind sie in seiner Schule weiter als an seiner deutschen Schule (was ich nicht gedacht hätte..).

Seit 1 Monat geht er drei mal in der Woche in sein geliebtes Volleyball. Das ist sein Lebenselixier und jede Frustration wird durch diese Aktion in Lebensfreude umgewandelt. Seine Geige musste leider dadurch etwas zurückstecken.

Christophe erprobt sich in Crevetten, Austern und Muscheln fischen. Irgendjemand muss sich ja um das Essen kümmern! Außerdem macht er einen Kite-Kurs. Er plant, ein Praktikum bei einem Bäcker zu machen, um zu erlernen, wie die leckeren original französischen Croissants und und Baguettes hergestellt werden.

Ich arbeite jeden Tag leidenschaftlich an meinem Coach-Studium. „C’est mon truc!“ Dieses Studium bestimmt meinen Tagesablauf. Außerdem unterstütze ich Cédric täglich in der Schule. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass er hier wirklich lernt, selbständig zu werden und höre auf ihn, wenn er sagt, dass er hier oder dort keine Hilfe benötigt. Ehrlich gesagt bin ich erleichtert darüber, räumt mir das doch mehr Zeit für mein Studium ein.

Ich möchte hier Akkordeon spielen lernen. Leider habe ich noch keinen Lehrer gefunden, der mir Präsenzunterricht geben kann. Im Moment versuche ich mich über Unterricht über youtube. Und ich schaue mir kommen Freitag einen „Danse moderne – Kurs“ an. Das hat mich wieder gepackt. Die Dokumentation über die Muschelbauern ist noch in meinem Kopf. Damit werde ich mich in den kommen Wochen beschäftigen.

Und hier wird gekocht, auch Cédric ist hier sehr aktiv: Sushi-Reisbällchen, Crustaceen,…. Das habt Ihr Euch sicherlich schon gedacht.

Außerdem haben wir mit Lehrern und Eltern der Schule ein Gewächshaus gebaut. Die Bilder sprechen für sich.

Cédrics Geburtstag lief auf Sparflamme und fiel extrem kleiner aus als gewohnt. Ein bisschen traurig war es schon für ihn: Klar, ohne Freunde, nur mit Eltern und Oma. Wir haben lecker gegessen, es kamen Glückwunschkarten und Päckchen aus Deutschland an und er hatte einige Online-Chats. Nächstes Jahr wird es wieder groß!

Unser Herbst in der Normandie: Erdbeben, Tornado, Dauerregen und Erdkröten

Das ist unser Herbst in der Normandie.

Vor ein paar Tagen schreckte uns morgens um vier Uhr ein lautes tiefes Grollen, verbunden mit einem Beben, aus dem Bett. Alles wackelte und schepperte. Wir waren voller Angst und verstanden im ersten Moment nicht (noch im Halbschlaf), was passiert war. Später erfuhren wir, dass das ein Meeresbeben, 10km entfernt vor unserer Küste, war. Sicherlich rollte danach eine riesige Welle an unseren Strand. Gott sei Dank ist hier nichts schlimmeres passiert, im Gegensatz zur Bretagne, wo extreme Schäden entstanden sind. Es gab auch kein zweites Beben, aber an Schlaf war für des Rest des Morgens erst mal nicht mehr zu denken.

Dann der Tornado: Die Bäume bogen sich im Sturm und der eine oder andere Baum hat es nicht geschafft und lag am nächsten Morgen quer auf der Straße. Das Gebälk unseres Dachbodens quietschte verdächtig und wir hatten Bedenken, dass wir ohne einem Dach über dem Kopf enden würden. Auch das ging, außer unserer verständlichen Angst, glimpflich aus.

Ansonsten regnet und stürmt es seit 2 Wochen ununterbrochen. Das ist schon etwas demoralisierend, aber das ist wohl der Herbst hier in der Normandie. Christophe kann sich nicht mehr an den Herbst in der Normandie erinnern. Lebt er doch schon seit 30 Jahren in Deutschland. Und wir sagen uns, dass es sicherlich auch wieder sonnige Herbsttage geben wird.

Ein Highlight für mich war die Erdkröte, die sich vor unserer Tür wohl heimisch und sicher gefühlt hat. Als ich die Tür öffnete, wollte sie ins Haus hinein hüpfen. Das konnte ich mir dann doch schlecht vorstellen: Eine Erdkröte als Haustier. Ich setzte sie auf meinen Schuh und platzierte sie unter einen Strauch in unserem Garten. Sie saß dann trotzdem jeden Abend vor unserer Tür. Erdkröten sind übrigens vorm Aussterben bedroht.

Und Hugo? Hugo genießt hier sein Hundeleben.

Auf meiner Joggingstrecke gibt es viel zum Innehalten, ich muss aber weiterlaufen…

Das ist nun meine neue Joggingstrecke, seit wir hier in Tourneville wohnen. Folgt den Bildern und den Eindrücken, lasst Euch inspirieren, dann ist es so, als würdet Ihr neben mir her laufen. Die Bilder sprechen für sich.

Ich habe den Eindruck, dass sich hier in unserem Ort eine Alternative Szene etabliert hat, was hier in Frankreich sicherlich seltener vorkommt: „La ferme des bohémiens“. Menschen leben in Bauwagen und betreiben einen Bauernhof. Vor unserem Haus fahren auffallend viele Leute mit Fahrrädern vorbei, was hier normalerweise seltener vorkommt.

Das ist mein Lieblingsschwein. Seine Ohren fallen ihm immer wieder vor seine Augen. Ich frage mich, ob es überhaupt etwas sehen kann. Wenn ich vorbeikomme, setzt es sich beschwerlich und langsam in Bewegung, um zum Zaun zu kommen. Als ich das Schwein zum ersten mal gesehen habe, musste ich laut lachen und schloss es für immer in mein Herz (Das gibt es…).

Der Truthahn rannte laut kreischend auf mich zu, mein Puls war kurzfristig auf 180 und ich sah mich gezwungen, meine Laufgeschwindigkeit zu erhöhen, was anscheinend nur bei „Gefahr in Verzug“ vorkommt.

Überirdische Strommasten: Dieses Bild erinnert mich an meine Kindheit. Gibt es das in Deutschland überhaupt noch? Die Franzosen sind, was Innovation und Umweltschutz betrifft, ziemlich hinten dran. In den Mega-Supermärkten hat man nur eine geringe Chance, Lebensmittel einzukaufen, die nicht in Plastik verpackt sind. Um mein Gewissen zu beruhigen, kaufe ich die teuren in recyceltem Plastik eingepackten Bio-Lebensmittel (inzwischen gibt es dafür große Bio-Märkte) und kaufe auf dem Markt ein, auf dem ich immer eine ausladende Einkaufstasche dabei habe, in der die Sachen lose verschwinden.

Auch in Cédrics Schule werden die Arbeitsblätter entweder im Ordner in Plastikfolie einsortiert oder sie werden in den Heften auf die Blätter eingeklebt (doppelte Papierverschwendung). Für was soll das gut sein? Und was machen wir mit den Stapeln an Materialien nach 1 Jahr? Ich habe mir fest vorgenommen, beim nächsten Elternabend das anzusprechen. Ich muss mir vorher allerdings ein gutes Vokabular zurechtzulegen, damit das, was ich sage, auch seine gewünschte Wirkung entfaltet. Ansonsten ist diese Schule, digital gesehen, weiter als Cédrics Gymnasium in Heusenstamm. Und was Erziehung zur Natur betrifft: Letzte Woche haben wir mit Lehrern und anderen Eltern auf dem Schulhof ein Gewächshaus aufgebaut.

Unsere Eier kaufe ich bei einem Nachbarn um die Ecke, er ist übrigens Künstler und fertigt Silberschmuck an. Beim letzten mal nahm ich Hugo mit. Er ist erst einmal den Hühnern hinterhergerannt, die natürlich total verschreckt in alle Richtungen gelaufen sind. Es hat eine Zeit lang gedauert, bis wir Hühner und Hund wieder eingefangen hatten und alle wieder an ihrem Platz waren. Ich habe mich sagen hören: „Das macht er normalerweise nie…“

Abschied vom Sommer: Was hier noch so los war…

Jetzt muss sogar ich mir es eingestehen: Der Herbst ist angekommen – auch wenn ich beharrlich geglaubt habe, der Sommer ende nie. Es weht ein kalter stürmischer Wind, vermischt mit einer großen Portion Regen. Ich bin dankbar für unseren offenen Kamin, vor dem wir es uns in wohliger Wärme gemütlich machen. Übrig bleiben die Bilder – letzte Fragmente – und Erinnerungen an diesen Sommer, in dem wir so viel schönes erlebt haben: Ich liebe Granville, den Jachthafen, die Oberstadt, die typischen Jugendstil-Strandbadhäuser der normannischen Küste, ein Konzert von „Jean-Richard Codjia“ (musique traditionnelle béninoise de Coutance) und ein Konzert von „Black Orpheus“ (eine Mischung aus Pop, Jazz, chanson und brasilianischem Karneval) in der Burg von Regnéville-sur-mer. Eindrücke, die unter die Haut gehen und dort bleiben. Und ich sage zu mir, dass der Herbst ja nicht schlechter ist. Er ist nur anders.

Impressionen unseres neuen Zu Hauses (Umzug Klappe 3)

Ich weiß, es war ruhig um mich in letzter Zeit! Ich habe schon fast ein schlechtes Gewissen… Aber durch den Umzug in unser Haus, das wir für die restlichen 10 Monate bewohnen werden und der intensiven Beschäftigung mit meiner Coachingausbildung, an der ich wirklich motiviert und glücklich weiter arbeite (Das ist mein Ding!), blieb nicht viel Zeit für andere Dinge. Und man muss ja – auch, wenn man sich im Sabbatical befindet – Prioritäten setzen. Ich habe im Moment das Gefühl, dass die Zeit hier noch schneller verfliegt als in Deutschland. Das liegt wohl daran, dass man alles etwas gemütlicher angeht und sich die Zeit lässt, die man braucht, um sich dabei wohl zu fühlen. Das Gefühl kannte ich gar nicht mehr…

Kisten einpacken – Kisten auspacken: Das war zum dritten mal dieses Jahr mein Lebensinhalt für einige Wochen. Und es fiel mir jedes mal schwerer, ja ich entwickelte fast eine Aversion gegen diese Pappkartons, die ja dafür gar nichts können. Aber es gab keine Alternative. Wie schön ist es dann, wenn endlich alles an dem Ort ist, wo es hinpasst.

Wir wohnen jetzt in einem Haus, das eigentlich für den Sommer an Gäste vermietet wird. Es gab dann doch noch einige Dinge, die fehlten oder an die wir nicht gedacht hatten und die gekauft werden mussten. Jetzt aber haben wir alles, was wir brauchen – nicht luxuriös, aber zweckmäßig.

Wir fühlen uns inzwischen alle sehr wohl hier, ebenso Hugo. Ich bin allerdings gespannt, wie es hier wird im Winter. Die französische Leichtbauweise der Häuser ist nicht zu vergleichen mit der deutschen soliden und im Winter wird es hier sehr feucht und stürmisch. Lassen wir uns überraschen! Das Holz für unseren offenen Kamin haben wir schon trocken gelagert. Wir freuen uns auf entspannte Abende vor dem Kamin.

Das Haus ist mir sympathisch, aber was mich wirklich geschockt hat, ist die möblierte Einrichtung im Wohnzimmer – ich nenne sie liebevoll Louis IIV – und die entsprechenden Bilder (Spitzweg und Gebirge wurde nicht ausgelassen). Christophe und Cédric finden das authentisch und wollen das alles so lassen, wie es ist. Ich würde das am liebsten alles in der Halle auf unserem Grundstück verstecken. Das Bild, das in der Galerie zu sehen ist, die Frau mit dem geplüschten Hut, habe ich hängen lassen, weil es schon wieder so schräg ist, dass es interessant wird.

Wie findet Ihr denn das? Was denkt Ihr, wenn Ihr die Bilder seht? Lassen oder austauschen? Bitte helft uns bei unserer Entscheidung und vielleicht habt Ihr ja eine tolle Idee, wie man solche Möbel schön machen kann!!! Oh mein Gott, ob ich mich jemals daran gewöhnen kann? Bitte gebt Eure Antwort in die Kommentare ein!

Morgens um 7 Uhr krähen die Hähne, die zwei Kirchen, von denen wir nicht weit entfernt sind, läuten den frischen Tag ein. Vor unserem Haus fährt selten ein Auto: Der krasse Gegensatz zu unserem dicht bevölkerten Rhein-Main-Gebiet. Hier herrscht eine ungewöhnliche Stille, die man nicht beschreiben kann und die so heilend ist. Ab und zu laufen Leute vorbei, die hier um die Ecke wohnen und einen ins Gespräch verwickeln und man erfährt innerhalb von 10 Minuten ihr halbes Leben – mit oder ohne Hund; Eine alte Frau, mit Stock und ohne Zähne, die mir verspricht, dass sie mir selbstgemachte Rhabarbermarmelade vorbeibringen wird. Ich frage mich, ob das alles real ist!!!

Hier ist Natur pur! Das kann man nicht beschreiben! Gestern Nacht saß eine Erdkröte vor unserer Hintertür. Die wollte doch wirklich ins Haus hinein hüpfen, als ich die Tür aufgemacht habe! Ich glaube, ich habe noch nie eine Kröte in natura gesehen und ich habe sie dann mit auf meinen Schuh gesetzt und sanft in die Pflanzenwelt um uns herum platziert.. Ich glaube, da ist sie besser aufgehoben, ist sie doch vorm Aussterben bedroht.

Unser kleiner Marktplatz besteht aus einer Bar, einer Metzgerei, einer Bäckerei, einer Post, einer Apotheke, einem kleinen Supermarkt, dem Rathaus, einem Ärztehaus – alles was man im Leben braucht… Am Freitag ist Markt. Da kommen die Bauern, die frisches Gemüse und Obst verkaufen und – weil es so verführerisch duftet – eine gebratene Wurst im Baguette muss sein!

Das tolle ist, dass wir 3 km vom Strand entfernt wohnen und so kommt es öfters vor, dass wir spontan an den Strand fahren und uns dort in die Wellen stürzen, uns dann von der noch sehr warmen Sonne trocknen lassen, den Blick schweifen lassen, auf das glitzernde Meer starren, den Möwen hinterher schauen, die Salzluft riechen, den Drachen steigen lassen, wir brauchen nur uns und die Natur, die uns zu Füßen liegt. Fabelhaft und einzigartig!

Ja und nun das entscheidende Thema, nach dem alle fragen: Schule und Cédric. Er hält sich wacker und macht das ganz toll! Er hat ganz schnell Freunde gefunden und kann schon in Erzählungen seine Lehrer sehr differenziert beschreiben. Ich weiß nicht, ob ich das in seinem Alter so toll hätte handeln können. Die Maske den ganzen Tag über im Unterricht, die französische Sprache verstehen, schreiben und umsetzen, sich den ganzen Tag konzentrieren, bis 17 Uhr Schule und dann noch Hausaufgaben, in französischer Literatur Analyse von Texten von „Guy de Montpassant“, der sogar für mich eine Herausforderung ist, fremde Begriffe in Mathematik, Physik, Erdkunde, Technik. Wir unterstützen ihn mit vollen Kräften, mit Übersetzung von Vokabeln, Korrekturen, Erklärungen, aber das ist ein Spagat zwischen Druck und Freude an der Schule. Klar, das haben wir vermutet und geahnt, aber in der Realität zeigt sich dann immer ein ganz anderes Gesicht. Er wird sich die französische Sprache ganz schnell erschließen, wir müssen nur über diesen Berg nun kommen und am Ende werden wir alle drei von dieser beeindruckenden Zeit profitiert haben.

Zu Besuch bei Freunden in Avranches

Wir haben unsere Freunde Anne und Philippe in dem Nachbarort „Hauteville sur mer“ kennengelernt. Dort hatten sie seit 17 Jahren eine Bar, in die wir nach unseren Segelturns erst einmal eingekehrt sind, um mit „1664“ unseren Durst zu löschen. So nach und nach und im Laufe der Jahre kamen wir immer intensiver ins Gespräch. Dazu kam, dass Cédric und ihr 2 Jahre älterer Sohn Lucien sich jedes Jahr im Jugendclub am Strand und beim Klettern im Granitsteinbruch getroffen hatten.

Letztes Jahr im Dezember verkauften sie ihre Bar und zogen nach „Avranches“. Das ist übrigens ein sehenswertes, pittoresques und geschichtsträchtiges Kleinstädtchen, das im 8. Jh von Karl dem Großen angeblich als Festung gegen die Einfälle der Normannen ausgebaut wurde. Besonders sehenswert sind die gotische Kirche und eine neoklassizistische Basilika.

Sie luden uns auf ihr Anwesen ein und boten uns an, bei ihnen zu übernachten. Für uns bedeutete das eine tolle Abwechslung, war es doch unser erster Übernachtungsbesuch seit 6 Monaten! Und wirklich wir haben es genossen!

Zuerst machten wir eine kleine Wanderung entlang der „Baie du Mont Saint-Michel“. Der Weg führt an der Küste entlang und man kann aus verschiedenen Perspektiven den „Mont-Saint-Michel“ sehen. Das im 11. Jh. auf einem von Ebbe und Flut umschwemmten Berg erbaute Kloster zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und ist immer eine Reise wert. (Der eine oder andere von Euch wird schon dort gewesen sein.) Der Klosterberg war jeher Streitgrund zwischen der Bretagne und der Normandie. Dieserzeit gehört er zur Normandie und bildet somit eine natürliche Grenze zwischen beiden Regionen. Unterwegs trifft man auf Schafherden, man kann auf den Granitfelsen entlang klettern und bei Ebbe in diversen natürlichen Pools baden.

Bei Anne und Philippe angekommen, erkundschafteten wir ihr riesiges Anwesen. Es war fabelhaft! Ihr Wohnhaus ist für die Normandie typisch, aus Granit gebaut. Auf dem Hof gibt es freilaufende Hühner und Pferde. Sie haben sogar einen eigenen Wald mit einem kleinen Teich. Der Wald hatte auf mich eine mystische märchenhafte Ausstrahlung, ein verwunschener Wald, bizarr! Abends gab es dann Galettes saucisses (Ihr kennt das schon). Christophe war in seinem Element.

Nach einem interessanten und lustigen Abend fielen wir todmüde ins Bett. Dieser Tag hat uns alle wirklich bereichert!

Kann es etwas entspannenderes geben, als ein Picknick am Strand – mit Sonnenuntergang?

… und zum Essen gibt es „Galettes saucisse“: Diese sind für ein Picknick leicht vorzubereiten und ganz einfach zubereitet. Es braucht nur Buchweizenmehl, Wasser und Salz. Die gebratene Wurst rollt man in der mit Senf bestrichenen Galette ein. Man kann die normannische Galette wahlweise auch mit einem Spiegelei, Schinken und geriebenem Käse angerichtet servieren – am Strand natürlich schwierig… . Dazu empfehle ich einen gut gekühlten trockenen Cidre.

Und nun muss man nur noch da sitzen und warten, bis die Sonne sich zögernd aber stetig dem Horizont nähert. Das macht sie jeden Abend und doch berührt sie damit immer wieder die Herzen derer, die dabei zuschauen, wie der leuchtende Ball sich zusehends zu einer glühenden Galette formt, die alles um sich herum in ein glutrotes Licht hüllt.

Seltene Ruhe und stille Freude durchströmen den Körper, alles andere – was war und was wird – verliert plötzlich sein Gewicht. Nur noch das sanfte Rauschen der Wellen und ein paar kreischende Möwen erinnern daran, dass man noch im Leben steht, …eh sitzt. Und dann ist sie verschwunden und Dunkelheit bricht ein.

Aber bitte dabei das Essen nicht vergessen. Bon Appétit!

Endlich wieder segeln…

Für mich ist es immer wieder ein starkes Gefühl, zu spüren, dass der Wind die Segeln erfasst, sie prall füllt, der Druck steigt, die Geschwindigkeit anzieht, der Katamaran über die Wasseroberfläche gleitet, ja fast schwebt, den Blick nach vorne gerichtet. Die Wellen spritzen mir sanft ins Gesicht, ich schmecke das Salz. Von weitem erkenne ich nur noch silhouettenhaft die Küste, mit den Häusern, dem Strand, den Klippen. Raum und Zeit verschmelzen ineinander. Es gibt nur noch das…

Und dann doch noch ein Highlight: Das Wendemanöver, „hart am Wind“, das höchste Konzentration, Wendigkeit und Schnelligkeit einfordert. Schafft man es, zu wenden, ohne dass der Windstrom abreißt und man ohne Verzögerung wieder die Fahrt aufnehmen kann?

Ich will mehr davon!

Ich sitze in der Düne…

Ich sitze in der Düne, schaue entspannt aufs Meer, ich stelle mir vor, welche Abenteuer vor mir liegen, ich lächle, eine Kamera ist auf mich gerichtet, es macht Klick!

Das kommt dabei heraus, wenn unser Freund Bernd Kinghorst Fotos von mir macht: Herrlich! Endlich mal Fotos, auf denen ich mich selbst schön finde und die zudem authentisch sind.

#Impressionen aus der Normandie: Auf dem Sonntags-Markt in St Martin de Bréhal

Auf dem Sonntags-Markt von St Martin de Bréhal zu flanieren, ist immer ein kulinarisches Erlebnis des Geschmacks und der Düfte. Probieren ist dort gewollt!

Die regionale Spezialität hier ist die Andouille, eine Wurst aus Innereien. Bei uns gibt es nichts vergleichbares, ist aber nicht jedermanns Sache.

Die frischen Meeresfrüchte, wie Austern, Seespinnen, Krabben, Hummer und diverse Fischarten strahlen auf mich eine Faszination aus. Und dann sind da noch die gegrillten Geflügel und Lammkeulen. Köstlich!! Wenn man an dem Obst- und Gemüsestand vorbeischlendert, duftet es nach frischen Melonen und Tomaten.

Cédrics Lieblingsspeise sind die Artischocken. Man kocht sie kurz und zupft dann die einzelnen Blätter, um sie in eine Essig-Öl-Senf-Soße zu tauchen und das weiche Ende „rauszuschlutzen“. Man wird nicht satt davon, aber es schmeckt lecker!

Nachdem wir alle Stände erkundschaftet haben, genießen wir die Live-Musik mit einem Glas trockenem Sauvignon blanc. Quel plaisir!